„Wir sehen Pläne kritisch, die eine für alle Bundesbürgerinnen und -bürger geltende Einheitslösung in Form einer Aktienrente oder eines Staatsfonds anstreben“, sagte Heinz. „Denn die Unterhändler der zukünftigen Ampel-Koalition sollten bedenken, dass die Lebenslagen der Menschen in Deutschland zu individuell sind, um hier mit einem Standardprodukt allen gerecht zu werden. Da die Altersvorsorge später eine lebensstandardsichernde Existenz für Millionen ermöglichen soll und zum Beispiel systemische Risiken eines Fonds nicht ausgeblendet werden dürfen, gilt hier Gründlichkeit vor Schnelligkeit.“ Das System der Riester-Rente sollte aus seiner Sicht – ausgestattet mit flexiblen Kapitalgarantien, die optimalere Anlagemöglichkeiten eröffnen – entbürokratisiert und vereinfacht werden.
Mit Blick auf die Partner einer künftigen Ampel-Koalition betonte Heinz, dass er die SPD im Vergleich zu den Grünen in den letzten Jahren als den „schwierigeren Part“ wahrgenommen habe. Die Sozialdemokraten seien „wesentlich ideologischer unterwegs“ als die Grünen, die er als „pragmatischer“ bezeichnete. Sehr optimistisch, dass die Ampel vier Jahre halten wird, sei er nicht, sagte Heinz. Er habe den Eindruck, in Berlin entstehe gerade eine „Koalition des Wohlfühlens“: Seine Sorge sei, dass die möglichen Koalitionäre glaubten, sie müssten alle Bundesbürger mit irgendeiner Form der „Staatsknete“ beglücken.
Was die Themen Provisionsdeckel und Honorarberatung betrifft, zeigte sich Heinz wenig optimistisch: „Das Thema Vergütungen wird uns wieder einholen.“ Er hoffe aber, dass FDP-Chef Christian Lindner das für die Branche so wichtige Finanzministerium übernehmen wird.