Entfernung spielt eine wichtige Rolle
Die Entfernung zur nächsten Filiale könnte ein Grund dafür sein, warum weniger Deutsche in abgelegenen, d.h. dünner besiedelten Gegenden eine Bankfiliale aufsuchen. Dabei kommen zwei Faktoren zusammen: erstens die allgemein niedrigere Bevölkerungsdichte in Ostdeutschland und zweitens eine niedrigere Filialdichte im Verhältnis zur Bevölkerung. Es gibt im Osten nur 30 Filialen pro 100.000 Einwohner; in Westdeutschland sind es 45 (die aktuellsten Zahlen stammen allerdings aus dem Jahr 2013). Das bedeutet, dass die Anzahl der Filialen pro km2 im Osten (0,07) deutlich niedriger ist als im Westen (0,2). Folglich müssen Kunden in Ostdeutschland im Durchschnitt 13 km zur nächsten Bankfiliale fahren, während es in Westdeutschland nur 9 km sind. Weniger Filialbesuche wiederum können einen Nebeneffekt verursachen: die stärkere Nutzung von Online-Banking. Und tatsächlich erledigt in Sachsen, Thüringen oder Schleswig-Holstein ein größerer Anteil der Kunden Bankgeschäfte online als in Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen.[2] Während eine größere Entfernung also eher dazu beiträgt, dass die Anzahl der Filialbesuche sinkt, dürfte sie gleichzeitig die verstärkte Nutzung von Online-Alternativen in Deutschland befördern. Daraus könnte ein Teufelskreis entstehen: Filialschließungen führen zu weniger Filialbesuchen und diese wiederum zu mehr Filialschließungen.
Foto: Shutterstock
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