Das Investmentvolumen am europäischen Hotelmarkt erreichte im ersten Halbjahr 2026 rund 11,7 Milliarden Euro. Nach Angaben von Cushman & Wakefield waren das 9,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Den Durchschnitt der jeweils ersten sechs Monate der vergangenen zehn Jahre übertraf das Ergebnis jedoch um knapp 20 Prozent.
Gestützt wurde der Markt durch große Einzeltransaktionen. Dazu gehörten der Verkauf des Pullman Paris Tour Eiffel mit 435 Zimmern, der Erwerb des ehemaligen Westminster Curio Collection Hotels in London durch Riu Hotels & Resorts sowie der Kauf des Park Hyatt Wien aus der Insolvenzmasse der Signa Group.
„Was wir in der ersten Jahreshälfte 2026 gesehen haben, ist vor allem ein hochselektiver Markt und nicht ein Markt, der sich abschwächt. Es werden zwar insgesamt weniger Assets gehandelt, doch bei denjenigen, die am Markt sind und waren, handelt es sich um Premium‑Hotels in guten Lagen im höheren Preissegment“, sagt Frederic Le Fichoux, Head of Hotel Transactions EMEA bei Cushman & Wakefield.
Kapital aus Asien-Pazifik kehrt nach Europa zurück
Investoren aus der Region Asien-Pazifik steigerten ihr Transaktionsvolumen gegenüber dem Vorjahr um 500 Prozent und konnten damit einen Teil des Rückgangs aus Amerika von 87 Prozent ausgleichen. Le Fichoux führt die Entwicklung auf veränderte Strategien globaler Anleger und den Wunsch nach stärkerer geografischer Diversifizierung zurück. Europa gelte im internationalen Vergleich als preisgünstig und stabil.
Gleichzeitig nahm die Zahl großvolumiger Abschlüsse zu. Transaktionen mit einem Wert von mehr als 100 Millionen Euro stiegen im Jahresvergleich um 30 Prozent. Im Fokus standen vor allem gehobene Hotels und Luxushäuser, die zuletzt ein starkes operatives Wachstum verzeichneten.
Der durchschnittliche Preis je verkauftem Zimmer erhöhte sich über alle Hotelklassen hinweg um neun Prozent auf 228.416 Euro. Private Investoren dominierten sowohl die Käufer- als auch die Verkäuferseite. Auf sie entfielen 54 Prozent der Käufe und 46 Prozent der Verkäufe. Die Hälfte des gesamten Anlagevolumens floss in Hotels der Kategorien „Upper Upscale“ und „Upscale“.
Deutschland verliert im europäischen Vergleich
Das Vereinigte Königreich führte die Länderstatistik mit einem Volumen von 3,22 Milliarden Euro und einem Plus von 74 Prozent an. Spanien folgte mit 2,66 Milliarden Euro, 34 Prozent mehr als im Vorjahr. Dahinter lagen Italien mit 1,31 Milliarden Euro und Frankreich mit 1,25 Milliarden Euro.
Deutschland erreichte mit 603 Millionen Euro lediglich Rang fünf. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 brach das Transaktionsvolumen um 46 Prozent ein. Zu den größeren Abschlüssen gehörte der Verkauf eines Portfolios von Aroundtown an die Ironstone Group und Ogilvy Capital. Die elf Objekte befinden sich überwiegend in Deutschland, darunter mehrere Penta Hotels.
London blieb mit 2,3 Milliarden Euro, verteilt auf 24 Immobilien, Europas aktivster Hotelinvestmentmarkt vor Paris, Wien und Madrid. Allein in der britischen Hauptstadt wurden zehn Einzel- und Portfoliotransaktionen mit einem Volumen von jeweils mehr als 100 Millionen Euro registriert.
Hotelumsätze steigen weiter
Das europäische Hotelangebot wuchs gemessen an der Zimmerzahl um 2,9 Prozent. Die stärksten Zuwächse verzeichneten Süd- und Osteuropa, darunter Polen, Italien und Österreich. Der durchschnittliche Erlös je verfügbarem Zimmer, kurz RevPAR, erhöhte sich um drei Prozent auf 101 Euro. Osteuropa erreichte mit sechs Prozent das stärkste regionale Wachstum, während Mailand mit 24 Prozent und Budapest mit 15 Prozent auf Stadtebene vorne lagen.
Für das zweite Halbjahr befinden sich nach Angaben von Cushman & Wakefield mehrere große Portfolios und Plattformen am Markt. Bei erfolgreichen Abschlüssen könnten sie das europäische Transaktionsvolumen bis zum Jahresende deutlich erhöhen. Besonders Südeuropa bleibe wegen seiner Kombination aus Stadt- und Ferienhotelmärkten im Fokus der Investoren.















