Immer mehr Menschen investieren gezielt in Ferienimmobilien, um sie dauerhaft oder saisonal zu vermieten – in der Hoffnung auf stabile Mieteinnahmen. Doch eine aktuelle Studie von Hiscox zeigt: Trotz hochwertiger Ausstattung sind viele dieser Objekte nur unzureichend gegen Schäden und Risiken abgesichert.
Die repräsentative „Hiscox Ferienimmobilienumfrage 2025“ hat Eigentümerinnen und Eigentümer in Deutschland und Österreich befragt, die ihre Ferienhäuser oder -wohnungen gewerblich vermieten. Das Ergebnis: Zwar verfügen viele Objekte über großzügige Flächen, hochwertige Möbel und moderne Technik – doch im Ernstfall bleibt der Schutz oft lückenhaft.
Hoher Wert, hohes Risiko
Laut Umfrage sind über die Hälfte der befragten Objekte zwischen 81 und 120 Quadratmetern groß, fast ein Viertel misst sogar mehr als 120 Quadratmeter. Viele sind luxuriös ausgestattet: mit Pool oder Sauna (48 %), Designermöbeln, Smart-Home-Technik und hochwertigen Elektrogeräten. In der Vermietung erreichen sie teils Einnahmen von bis zu 300.000 Euro jährlich – oder sogar darüber hinaus.
Die Mehrheit der Befragten (57 Prozent) besitzt lediglich eine Ferienimmobilie. 40 Prozent hingegen besitzen zwei bis fünf, drei Prozent sogar sechs oder mehr Ferienimmobilien. Eine gewerbliche Vermietung ist oft lukrativ: Während 45 Prozent der Befragten Mieteinnahmen bis 50.000 € pro Jahr angaben, nehmen rund 46 Prozent bis zu 300.000 € pro Jahr ein, 9 Prozent erwirtschaften sogar Einnahmen von über 300.000 €.
Viele Eigentümerinnen und Eigentümer setzen auf eine hochwertige Ausstattung: 48 Prozent bieten ihren Mieterinnen und Mietern (Whirl-)Pools oder Saunen, 32 Prozent eine Garage mit E-Ladestation und 36 Prozent Fahrzeuge, wie z.B. E-Roller, Fahrräder oder Motorräder. Auch beim Mobiliar wird oft nicht gespart: 40 Prozent der Befragten haben ihre Mietobjekte mit hochwertigen Möbeln, 27 Prozent sogar mit Designermöbeln und weitere 27 Prozent mit wertvoller Kunst ausgestattet. Auch moderne Elektronik darf nicht fehlen: 43 Prozent der Feriendomizile verfügen über Unterhaltungselektronik wie Surround Sound Systeme oder Spielekonsolen und 39 Prozent haben ihre Immobilie mit einem Smart Home System ausgestattet. Eine Ausstattung mit Fußbodenheizung, Klimaanlage oder Kamin gehört mit 61 Prozent fast schon zum Standard.
Unzureichende Absicherung
Doch diese Werte stehen auf wackligen Beinen. 87 Prozent der Befragten berichten von bereits erlittenen Schäden. Ursache Nr. 1 mit 44 Prozent sind Schäden durch Mieter. Häufigster Grund dafür war ein Versehen durch Mieterinnen und Mieter (52 Prozent). 20 Prozent der Schäden aber wurden durch Diebstahl und weitere 18 Prozent durch Vandalismus ausgelöst.
Und in 67 Prozent der Fälle bleiben Eigentümerinnen und Eigentümer auf den Kosten sitzen: Bei 38 Prozent bestand entweder kein Versicherungsschutz oder aber die Versicherung übernahm die Schäden nicht. Viele kleinere Schäden, die durch Mieterinnen und Mieter verursacht werden, wurden von den Eigentümer freiwillig selbst getragen (30 Prozent) – wahrscheinlich, um Diskussionen mit Feriengästen zu vermeiden oder weil ein Nachweis nicht ohne weiteres möglich war.
Bei je einem Drittel der Befragten kam es außerdem bereits zu Einbrüchen sowie Schäden durch Unwetter.
„Sehr viele der gewerblich genutzten Ferienimmobilien sind unzureichend oder überhaupt nicht abgesichert“, warnt Alica Weininger, Manager Underwriting Art & Private Clients bei Hiscox. „Es mangelt aber nicht nur an Wissen über notwendige Absicherungen, sondern auch an geeigneten Versicherungslösungen.“
Absicherungslücken trotz Sicherheitsbewusstsein
Dass viele Eigentümer auf Sicherheit bedacht sind, zeigen die technischen Maßnahmen: Fast 60 Prozent nutzen digitale Alarmanlagen mit App-Anbindung, mehr als die Hälfte verfügt über Feuermelder und Sensoren an Fenstern oder Türen. Doch beim Versicherungsschutz klaffen Lücken: Nur 46 Prozent haben eine Hausratversicherung, 42 Prozent eine Gebäudeversicherung, und eine Ertragsausfall-Police – wichtig bei Mietausfällen nach Schäden – haben lediglich 28 Prozent abgeschlossen, obwohl 59 Prozent sie für notwendig halten. Am Häufigsten verbreitet ist eine Vermieterhaftpflicht, die abdeckt, wenn jemand in der Ferienimmobilie bzw. auf dem dazugehörigen Grundstück zu Schaden kommt, beispielsweise wenn eine Mieterin oder ein Mieter durch unzureichende Beleuchtung einen Sturz erleidet. Aber auch diese haben nur 47 Prozent der Eigentümer abgeschlossen.
Ein häufiges Problem: Viele Anbieter verlangen eine regelmäßige Anwesenheit der Versicherungsnehmer vor Ort – was gerade bei vermieteten Ferienimmobilien schwer zu erfüllen ist.
„Viele Befragte berichteten von der Schwierigkeit, passende Policen für ihre vermieteten Ferienimmobilien zu finden“, so Weininger weiter. „Insbesondere die Notwendigkeit regelmäßiger Vor-Ort-Anwesenheiten […] stellt eine häufige Herausforderung dar.“
Neue Police für 20 Länder verfügbar
Mit „Mundial Commercial by Hiscox“ bietet der Versicherer daher nun eine neue Spezialpolice für gewerblich vermietete Ferienimmobilien an – zugeschnitten auf Privatpersonen und kleine Unternehmen, die Objekte ausschließlich zur Vermietung halten.
Pro Police sind bis zu drei Risikoorte sowie ein maximaler Jahresbruttomietwert von 90.000 Euro versicherbar. Außer für Standorte in Deutschland sowie Österreich wird die Lösung für Immobilien in 18 weiteren europäischen Ländern angeboten.
Das Basismodul der Police bildet eine Hausratversicherung, die neben hochwertigem Hausrat und Einrichtungsgegenständen auch etwa Kunst bis 20.000 Euro abdeckt. Zudem ist die Versicherung des Gebäudes zum Neubauwert möglich – ist dieses Modul mit ausgewählt, sind auch mögliche Mietausfälle automatisch abgesichert. Außerdem ist auch eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung abschließbar.
Die Deckung ist sehr umfassend: Alles, was nicht explizit in den Versicherungsbedingungen ausgeschlossen ist, ist versichert. Etwa Vandalismusschäden – auch durch Mieterinnen und Mieter – sowie Glasschäden und zufallsbedingte Beschädigungen am Gebäude. Verfügbar ist das Produkt für Ferienimmobilien in – neben Deutschland und Österreich – in insgesamt 18 weiteren europäischen Ländern – darunter auch beliebte Ziele wie Spanien und Kroatien.