Versicherungsgesellschaften sind traditionell in dem Geschäftsfeld der Hypothekendarlehenvergabe aktiv. Aktuellen Angaben der Bafin zufolge ist der Anteil der Hypothekendarlehen an den Kapitalanlagen der Gesellschaften jedoch bereits seit Jahren rückläufig.
Dies geht aus einer Analyse hervor, die in der aktuellen Ausgabe des BafinJournals (1/2017) erschienen ist.
Demnach sei die Vergabe grundpfandrechtlich besicherter Darlehen – umgangssprachlich auch Hypothekendarlehen – seit langem fester Bestandteil der Anlagestrategie vieler Versicherungsunternehmen. Allerdings habe das Volumen der Hypothekendarlehen in den letzten Jahren stark abgenommen.
Lag der Anteil der Hypothekendarlehen bei Inkrafttreten der Anlageverordnung (AnlV) im Jahre 2002 nach Angaben der Bafin noch bei rund 7,6 Prozent, sei er in den letzten Jahren bis auf circa vier Prozent gesunken.
Ein großer Anteil entfalle dabei auf Darlehen, die durch Wohnbauten besichert seien. Gewerblich genutzte Bauten machten an den Kapitalanlagen der Assekuranz nur einen Anteil von 0,5 Prozent aus.
Anhaltende Niedrigzinspolitik
Während das von Versicherern finanzierte Volumen von Wohnimmobiliendarlehen Ende 2015 insgesamt 49,3 Milliarden Euro umfasst habe, betrage der Wert für Banken 887,1 Milliarden Euro. Dies spreche gegen die These, dass „Versicherer zunehmend in das Kreditgeschäft der Banken vordringen“.
Als Grund für den Rückgang führt die Bafin die anhaltende Niedrigzinspolitik an: „Angesichts des Aufwands, der mit der Investition in Hypothekendarlehen verbunden ist, ist die Verzinsung kaum noch auskömmlich“.
Allerdings würden viele Versicherer zum Zwecke der Portfoliodiversifikation auch weiterhin in Hypothekendarlehen investieren. (nl)
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