„Es ist eine zehnstellige Zahl: Unvorstellbare 1.700.000.000 Euro sollen in den kommenden Jahren in Deutschland und der EU in Infrastruktur und Verteidigung fließen – zusätzlich zu den ohnehin beschlossenen Ausgaben. Während US-Präsident Donald Trump den Dollarfluss ins Ausland eindämmt und die Entwicklungsbehörde USAID gleich ganz auflöst, drehen die Europäer die Geldhähne auf. Wir sind jetzt Zeitzeugen dafür, dass die Zentralbanken den Kampf gegen die Inflation aufgeben und sich das Geld den Weg in die Sachwerte suchen wird.
Gold füllt Tresore der BRICS-Staaten
Die Märkte schwimmen in Liquidität, die angelegt werden will. Entsprechend kennt der Goldpreis seit Monaten kein Halten mehr, Rekord folgt auf Rekord. Dazu kommen geopolitische Unsicherheiten und Zentralbanken, die sich mit soliden Werten eindecken. Insbesondere die Institute der „BRICS“-Staaten – Brasilien, Russland, Indien und Südafrika – legen sich Barren in ihre Tresore. Chinas Dollar-Reserven werden in Gold umgewandelt, die Sorge vor einem ausgedehnten Konflikt mit den USA im Pazifik bleibt groß. Auch Russland tauscht das durch Öl- und Gasexporte in andere BRICS-Staaten verdiente Geld in Gold um.
Minenunternehmen trotz solider Zahlen noch nicht im Fokus
Und die Minenunternehmen? Deren Aktien treten auf der Stelle – noch. Denn Minenaktien fliegen unter dem Radar. Zu groß war das Interesse der Anleger an Kryptowährungen, Rüstung und Big Tech. Während Rüstung noch immer gut läuft, sieht es bei Big Tech inzwischen ganz anders aus. Ein wichtiger Impuls, der den Fokus der Anleger ändern dürfte. Viele Gewinne durch steigende Preise bei Gold und Silber sind noch nicht eingepreist, weil sie sich erst langsam in den Quartalszahlen niederschlagen. Dieser Effekt dürfte sich allerdings in den kommenden Monaten verstärken
Dann bietet sich bei Minen-Aktien im Schnitt ein Kurspotenzial von 30 bis 50 Prozent, in einigen Fällen womöglich 80 Prozent – und ohne dass der Goldpreis dafür weiter steigen müsste. Aber die Anzeichen sind da, dass er das dennoch tut. Und selbst wenn der unwahrscheinliche Fall eintritt, dass der Preis wieder in bedeutendem Maße sinkt, bieten Gold- und Silberminen-Aktien eine risikoarme Anlagemöglichkeit. Denn nach wie vor sind viele Unternehmen unterbewertet. Außerdem werden jetzt Vorkommen erschlossen, die bei einem Goldpreis von 2000 oder 2500 Dollar pro Feinunze noch nicht wirtschaftlich waren. Und was einmal erschlossen ist, kann auch weiter gefördert werden.
Und auch ein Ende der Gold-Rally wäre für die Minenunternehmen kein wesentliches Problem. Förderer würden ihren Output für zwei bis drei Jahre nicht reduzieren, um erschlossene Lagerstätten zu nutzen, die auch bei sinkenden Margen noch mit Gewinn abgebaut werden können. Mögliche Gründe für einen sinkenden Goldpreis wären eine Entspannung der geopolitischen Lage, insbesondere in den Beziehungen zwischen den USA und China. Danach sieht es aber aktuell nicht aus. Im Gegenteil hat US-Präsident Trump ganz klar China als Hauptkonkurrent ausgemacht. Genau das ist aber auch der Führung der Kommunistischen Partei Chinas klar. Darum ist diese bestrebt, ihre Währungsreserven, von denen offiziell noch rund 2 Billionen in US-Dollar denominiert sind, in Gold umzutauschen. Das Reich der Mitte bleibt Dreh- und Angelpunkt des weltweiten Goldhandels.
China bleibt Dreh- und Angelpunkt beim Gold
Zwar hat die chinesische Zentralbank ihre Käufe in den vergangenen Monaten nach offiziellen Angaben pausiert, aber das hatte sie – ebenfalls nach offiziellen Angaben – auch zwischen 2003 und 2008 sowie 2010 und 2014. Dennoch hat sich der Bestand der chinesischen Zentralbank offiziell seit dem Jahrtausendwechsel von 395 Tonnen auf 2269 Tonnen um das Fünffache gesteigert. Und daher lässt sich auch abseits der offiziellen Meldungen davon ausgehen, dass weiter gelbes Edelmetall in Pekings Geldschränke fließt. Eine Entwicklung, die sich bei der aktuellen Lage wohl kaum ändern dürfte – mit entsprechenden Auswirkungen auf den Goldpreis.“