Berliner Mieter müssen wie erwartet mehr bezahlen als noch vor zwei Jahren. Das geht aus dem Mietspiegel 2017 hervor, den die Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher, am Freitag vorstellte.
Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, hat den neuen Berliner Mietspiegel 2017 und die Betriebskostenübersicht vorgestellt. Der Mietspiegel wird aller zwei Jahre unter dem Vorsitz der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen erstellt und ist relevant für knapp 1,4 Millionen nicht preisgebundene Wohnungen.
Die abgebildeten Mieten sind laut der Senatsverwaltung gegenüber dem letzten Berliner Mietspiegel 2015 jährlich um 4,6 Prozent gestiegen. Das entspreche 28 Cent pro Quadratmeter und Monat. Die gewichtete, durchschnittliche netto Kaltmiete liege bei 6,39 Euro pro Quadratmeter monatlich, 2015 hätten Mieter noch 5,84 Euro pro Quadratmeter zahlen müssen.
Lompscher fordert mehr Neubau
„Sowohl die anhaltende Attraktivität Berlins als auch die derzeit begrenzten Möglichkeiten der Mietpreisregulierung können an den insbesondere aufgrund der Wohnungsknappheit zum Teil deutlich gestiegenen Mietspiegel-Mieten festgemacht werden“, sagt Katrin Lompscher.
Sie fordert daher: „Der großen Wohnungsnachfrage, insbesondere nach preiswerten Wohnungen, und dem angespannten Wohnungsmarkt muss durch weiteren Neubau entgegengewirkt werden. Auf Bundesebene müssen die Mieterhöhungsmöglichkeiten in Bestandsmietverträgen, bei Neuvermietung und nach Modernisierung stärker begrenzt werden.“
Orientierung für Mieter und Vermieter
Der Mietspiegel ist laut dem Senat für Stadtentwicklung und Wohnen ein „qualifierter Mietspiegel“, das bedeutet, dass die ortsübliche Vergleichsmiete repräsentativ erhoben wurde. Die Ergebnisse bieten Mietern und Vermietern eine Übersicht über die üblicherweise gezahlten Mieten.
Ebenfalls orientieren könnten sich die Berliner an der gleichzeitig erstellten Betriebskostenübersicht, die abbildet, welche Kosten für Wasser, Straßenreinigung, Gartenpflege und Heizung normalerweise abgerechnet werden. (kl)
Foto: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen